Wende 1989–1990

Hier stellen wir Ihnen Inhalte zusammen, die die politischen Umbrüche in Polen in den Jahren 1989-1990 thematisieren. Die von den Regierenden und der Opposition gemeinsam entschiedenen Beschlüsse haben Polen für die kommenden Jahrzehnte entscheidend geprägt und üben bis heute einen Einfluss auf Polens Politik, Wirtschaft, die internationalen und kulturellen Beziehungen aus.

Einführung
Łukasz Jasiński, Polen 1989: Vorreiter der evolutionären Veränderungen

„Die Verhandlungen der Regierenden und der Opposition am Runden Tisch im Frühjahr 1989 waren in Polen der erste Schritt weg vom autoritären Sozialismus hin zu Demokratie und Marktwirtschaft. Die Vertreter/innen der Solidarność wollten die Legalisierung ihrer Organisation erreichen und die Einflussnahme auf das öffentliche Leben erhalten.“
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Quelle
Adam Michnik, Euer Präsident, unser Premierminister

„Die wirtschaftliche Situation ist katastrophal. Dem Land drohen soziale Proteste und Unruhen. Der vernichtende Sieg der Gewerkschaftsbewegung Solidarność bei den Wahlen beweist, dass sich die Polen für den grundlegenden Wandel aussprechen. Denselben Grund haben die wiederholt zu hörenden Stimmen zu einer eventuellen Kandidatur Lech Wałęsas für das Präsidentenamt.“
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Quelle
Mieczysław F. Rakowski, Auszüge aus den Tagebüchern

24 April 1989: Langsam, unerbittlich, rückt der Wahltermin näher. Die Opposition wird immer aktiver. Bei unseren Stäben halten die Vorbereitungen auf den Wahlkampf an. Es gibt heute keine Antwort auf die Frage, mit welchen Ergebnissen wir die neue Etappe in der Entwicklung der Volksrepublik Polen eröffnen.”
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Quelle
Warum gehen wir wählen?

„Wir rufen alle zur Teilnahme an den Wahlen auf, weil wir den Nutzen sehen, den Polen aus der Beteiligung unabhängiger Kräfte im Sejm und Senat ziehen kann. Das ist eine wichtige Chance für heute und für die Zukunft.“
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Quelle
Notiz von Zdzisław Sarewicz, Direktor von Abteilung I des Innenministeriums

„Der stellvertretende Minister für Staatssicherheit der DDR und Leiter der Hauptverwaltung Aufklärung, Generaloberst Werner Großmann, erklärte inoffiziell über die neuesten Ereignisse in Polen.“
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Quelle
Erklärung des Ministerpräsidenten Tadeusz Mazowiecki vom 12. September 1989

„Herr Vorsitzender! Hohes Haus! Ich möchte das Rahmenprogramm und die Zusammensetzung der vorgeschlagenen Regierung vorstellen. Ich wende mich an alle meine Landsleute!“
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Quelle
Interview mit Adam Michnik

„Ich kann schwerlich im Namen der gesamten Opposition sprechen, jeder von uns hat seine eigenen Schlüsse gezogen. Zu meinen gehörte erstens, dass Veränderungen zwar schwer, aber möglich sein würden. Zweitens durfte man sich nicht zuviel vornehmen, sondern musste realistisch kalkulieren, ob etwas möglich ist – und nicht etwa davon abhängig machen, ob es gewünscht ist. Drittens musste der Begriff ‚Bedrohung‘ definiert werden.“
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Studie
Joachim von Puttkamer, Der Mythos vom „dicken Strich“

„‚Die Vergangenheit trennen wir ab mit einem dicken Strich‘. Mit diesen Worten schloss Tadeusz Mazowiecki am 24. August 1989 den programmatischen Teil seiner Antrittsrede, nachdem ihn der Sejm zuvor mit großer Mehrheit zum ersten nichtkommunistischen Premierminister im Warschauer Pakt berufen hatte. Seine zukünftige Regierung trage keine Verantwortung für die ererbte Hypothek.“
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Studie
Jan Skórzyński, Kurze Geschichte der Solidarność

„Mit den Wahlvorbereitungen begann die Solidarność noch vor dem Abschluss des Runden Tisches. Doch das Nationale Exekutivkomitee entschied sich nicht ohne Zögern zur Teilnahme an den Wahlen. Zbigniew Romaszewski und andere waren der Meinung, dass es in Anbetracht der begrenzten Kräfte am wichtigsten sei, die Gewerkschaft aufzubauen, den Wahlkampf solle man spontanen Aktivitäten aus der Gesellschaft überlassen.“
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