Gesellschaftlicher Widerstand in den ersten Tagen des Kriegsrechts

Gesellschaftlicher Widerstand in den ersten Tagen des Kriegsrechts

Wojciech Polak, Prof. Dr. habil. Historiker, Inhaber des Lehrstuhls für politische Konflikte im Fachbereich Politologie und Internationale Studien der Nikolaus-Copernicus-Universität Thorn, Leiter des Zentrums für Historische Forschung am Europäischen Zentrum Solidarität. Autor zahlreicher Studien zur Geschichte der Solidarität sowie der Opposition in der Volksrepublik Polen.

Die Verhängung des Kriegsrechts kam für die Mehrheit der Solidarność-Funktionäre überraschend. Es war zwar über die Möglichkeit gesprochen worden, dass die Machthaber gewaltsam gegen die Gewerkschaft vorgehen könnten, doch fast niemand rechnete im Dezember 1981 mit einem solchen Akt. Die Solidarność hatte so gut wie keine Vorkehrungen für den Fall von Gewaltanwendung seitens der Staatsmacht getroffen. Wenn es in manchen Regionen gewisse Vorbereitungen darauf gegeben hatte, so waren diese doch wenig energisch betrieben worden. Die verschiedenen Protest- und Streikaktionen, die nach dem 13. Dezember begannen, hatten spontanen Charakter. Die Unterbrechung der Telefonverbindungen machte eine Koordination der Aktionen nicht nur landesweit, sondern auch auf lokaler Ebene unmöglich.

Streiks

Der erste Streik in der Danziger Lenin-Werft begann in der Nacht vom 12. auf den 13. Dezember 1981. Er wurde noch in derselben Nacht durch die ZOMO (Bereitschaftspolizei) und den Sicherheitsdienst zerschlagen. Am 13. Dezember entstand im Danziger Hafen das Landesstreikkomitee (auch Allgemeinpolnisches Streikkomitee genannt). Im gehörten diejenigen Gerwerkschaftsfunktionäre an, welche an der Danziger Sitzung des Landeskomitees teilgenommen hatten und der Internierung entgangen waren: Mirosław Krupiński (Stellvertretender Vorsitzender der Unabhängigen Gewerkschaft Solidarnosc), Antoni Macierewicz, Andrzej Konarski, Eugeniusz Szumiejko, Jan Waszkiewicz und Aleksander Przygodziński. Das Komitee rief einen Generalstreik in ganz Polen aus, doch angesichts der Blockade der Telefonverbindungen war das für die Entwicklung von Streikaktionen in anderen Teilen des Landes bedeutungslos. Am Abend fuhren die Mitglieder des Komitees mit Motorbooten zur Danziger Werft. In der Nacht vom 13. auf 14. Dezember stürmte ZOMO-Einheiten den im Streik befindlichen Bereich I des Danziger Hafens, doch ein Teil der Arbeiter ließ sich nicht aufhalten und streikte in anderen Bereichen weiter. Geleitet wurde der Streik vom Betriebsstreikkomitee mit Stanislaw Jarosz an der Spitze.

Am 14. Dezember trat die Danziger Werft wieder in den Streik. Die sich dort aufhaltenden Gewerkschafter gründeten das Regionale Streikkomitee, dem Lesław Buczkowski, Krzysztof Dowgiałło, Stanisław Fudakowski, Jerzy Gawęda, Marian Miastkowski, Szymon Pawlicki und Alojzy Szablewski angehören sollten[1]. Auf dem Gelände der Danziger Werft gab es also zwei Streikkomitees – das Landeskomitee (das vom Danziger Hafen hierher umgezogen war) und das Regionalkomitee.

In der Werft hielten sich 6 Tausend Menschen auf. Vor dem historischen Tor Nr. 2 drängten sich Massen von Danzigern. In Reaktion darauf beschlossen die Machthaber, die Werft zu militarisieren. In der Nacht vom 14. auf den 15. Dezember stürmten erneut Einheiten von ZOMO und Armee die Werft. Innerhalb von fünf Stunden zwang man die Streikenden, das Werftgelände zu verlassen. Es wurden 51 Personen verhaftet oder interniert. Es gelang jedoch nicht, alle Streikführer festzunehmen. Die Werft wurde auch nicht abgesperrt, so dass rasch Arbeiter aus anderen Betrieben der Dreistadt eintrafen. Zusammen mit einer Gruppe von Werftarbeitern begannen sie einen neuen Streik an, an dem sich 600 bis 700 Menschen beteiligten. Die Besatzungen der vor der Werft aufgefahrenen Panzer verbrüderten sich mit den Arbeitern; die erschrockenen Machthaber ordneten an, sie abzulösen. Am 15. Dezember gegen 16.00 Uhr erschien Bogdan Borusewicz auf der Werft. Dort waren auch schon andere Gewerkschafter, die sich bei der vorangegangenen Pazifikation hatten retten können, darunter Mirosław Krupiński, Antoni Macierewicz, Alojzy Szablewski und Jan Waszkiewicz. Sie ordneten an, die Verteidigung der Werft vorzubereiten, u.a. wurden die Tore verbarrikadiert und die Streikenden wurden mit Metallrohren ausgestattet. Am 16. Dezember gegen 6.00 Uhr morgens begann der Angriff. Das Tor Nr. 2 wurde von einem Panzer eingedrückt, und Spezialeinheiten der Armee und der ZOMO drangen auf das Werftgelände vor. Die meisten Streikführer wurden verhaftet, Borusewicz gelang es zu fliehen[2].

Da der Streik in der Danziger Werft zerschlagen worden war und Landesstreikkomitee liquidiert, wurde im Danziger Hafen (in dem immer noch gestreikt wurde) ein Überbetriebliches Streikkomitee gebildet, dem Stanisław Jarosz vorstand[3].

Außer der Lenin-Werft, der Danziger Reparaturwerft und dem Danziger Hafen streikten in der Region am 13. Dezember über vierzig andere Betriebe. In den folgenden Tagen liquidierten die Machthaber die Streikherde gewaltsam; in einigen Betrieben endeten die Proteste von selbst. Am 19. Dezember nahmen ZOMO-Einheiten und Torpedoboote der Kriegsmarine den letzten streikenden Betrieb ein – den Danziger Hafen[4]. Die Befriedungsaktionen waren brutal. Bei der Besetzung der Danziger Raffinerie in der Nacht vom 18. auf den 19. Dezember zwangen ZOMO-Leute die geprügelten und gefesselten Menschen dazu, über zerschlagenes Glas zu kriechen[5].

Zu vielen Protestaktionen kam es in Oberschlesien. Von den damals existierenden 66 Kohlegruben streikten 25. Proteste gab es auch in den Stahlhütten Kattowitz und Baildon, bei Transbud in Dąbrowa Górnicza, im PKW-Werk in Tychy, in der Kessel-Fabrik Rafako in Raciborz, bei Elwro in Pszczyna und einigen anderen Betrieben. Die Streiks wurden meist gewaltsam erstickt. Zu blutigen Auseinandersetzungen kam es in der Grube Wujek in Kattowitz. Neun Bergleute wurden erschossen oder starben im Krankenhaus an Schusswunden, einundzwanzig wurden verwundet. Mit scharfer Munition schossen die Milizionäre auch bei der Pazifikation der Grube Manifest Lipcowy [Juli-Manifest] in Jastrzębie Zdrój. Dort wurden vier Bergmänner verwundet. Vom 15. Bis 24. Dezember streikte unter Tage die Belegschaft der Grube Ziemowit und vom 14. Bis 28. Dezember die Belegschaft der Grube Piast[6].

In Kleinpolen war Krakau der wichtigste Widerstandort. Am 13. Dezember begann der Streik in der Lenin-Hütte. Etwa 7 Tausend Menschen nahmen daran teil. Da die Leitung der Region Kleinpolen zerschlagen worden war, übernahm deren Funktion die Arbeiterkommission der Hüttenarbeiter der Lenin-Hütte, die sich dann in ein Streikkomitee umwandelte. Gleichzeitig entstand in der Hütte das Regionale Streikkomitee. Praktisch gehörten beiden Organisationen dieselben Personen an (u.a.: Stanisław Handzik, Jan Ciesielski, Władysław Hardek und Edward Nowak)[7]. Das Streikkomitee der Hüttenarbeiter gab einige Beschlüsse heraus, u.a. rief es andere Betriebe der Region zum Streik auf sowie zur Umwandlung der Betriebskommissionen der Solidarnosc in Streikkomitees[8]. Anführer des Streiks in der Hütte wurde Mieczysław Gil. Die Arbeiter verbarrikadierten alle Tore sowie die Wege auf dem Hüttengelände. Einheiten von ZOMO und Armee stürmten die Hütte in der Nacht vom 16. auf 17. Dezember; nachdem die Tore von zehn Panzern aufgebrochen worden waren, wurden die Hallen nacheinander eingenommen. Studenten, die sich dem Streik angeschlossen haben, wurden geschlagen. Bei der Pazifikation wurden auch Hunde eingesetzt[9].

In Breslau wurden 34 Betriebe Streiks bestreikt. Einige Tausende Menschen nahmen daran teil. An den Protesten beteiligten sich auch einige Hochschulen: die Landwirtschaftsakademie, die Sportakademie und das Polytechnikum[10]. In der Nacht vom 14. auf den 15. Dezember zerschlugen ZOMO-Einheiten die Streiks in den Hochschulen. Polizei- und Militärkräfte stürmten auch die Betriebe in Breslau und zwar unter großem Aufwand an Soldaten und Kampfausrüstung[11]. In einigen Betrieben wurden die Interventionen einige Male wiederholt, denn die Arbeiter nahmen die Arbeit nicht wieder auf und erneuerten den Streik. Mehrfach pazifiziert wurden folgende Betriebe: Pafawag, Dolmel, die Baumaschinenfabrik Fadroma, die Fabrik für Heizgeräte Polar, die Reparaturwerft, die Elektronischen Betriebe Mera-Elwro[12].

In den ersten Tagen des Kriegsrechts streikten mehrere Tausend Bergleute in Lignitzer Kupferrevier. An den Protesten nahmen folgende Bergwerke teil: Rudna, Lubin, Polkowice, Sieroszewice und auch Zulieferbetriebe der Bergwerke. Es streikten die Kupferhütte Głogów, die Mechanik-Betriebe Legmet in Lignitz, die Niederschlesische Fabrik für Lötgeräte in Lubin. Die Streiks wurden meistens abgebrochen, wenn mit Gewaltanwendung gedroht wurde; es kam jedoch auch zu einigen brutalen Pazifikationen. Einige Betriebe standen auch in der Woiwodschaft Wałbrzych still. Der Streik in der Grube Thorez, an dem 1300 Bergleute teilnahmen, wurde am 15. Dezember zerschlagen. Es streikten auch die Grube Wałbrzych und Betriebe der Baumwollindustrie Silesia. Proteste gab es auch in einigen Betrieben in Swidnica, Dzierżoniów, Kudowa-Zdrój, Bielawa und Jaroszów.

Die Protestaktion in Niederschlesien versuchte ein Regionales Streikkomitee zu koordinieren, das am 13. Dezember in Depot Nr. 7 der Städtischen Verkehrsbetriebe in Breslau gebildet worden war. Die Gründer waren Władysław Frasyniuk (Vorsitzender), Piotr Bednarz, Józef Pinior, Tadeusz Jakubowski, Czesław Stawicki, Władysław Ożarowski, Ryszard Turko, Hubert Hanusiak, Leszek Zołyniak, Edward Granic und Jerzy Darmochwał[13].

Das Regionale Streikkomitee der Ost-Mittel-Region wurde am 13. Dezember in der streikenden Fabrik für Kommunikationsgeräte in Swidnik gegründet. An die Spitze wurde am nächsten Tag Norbert Wojciechowski gewählt. Die Fabrik wurde von ZOMO-Einheiten in der Nacht vom 15. auf den 16. Dezember brutal eingenommen. Andere Protestaktionen in der Regionen erloschen oder wurden eingedämmt[14].

In Warschau oder in Warschauer Wojewodschaft streikten mehr als vierzig Betriebe. In den Mechanischen Betrieben Ursus traten am Morgen des 14. Dezember dreihundert Personen in den Ausstand. Die ZOMO-Einheiten stürmten den Betrieb am selben Tag, einige Minuten vor Mitternacht. Es wurden sechzig Personen festgenommen, neun davon in die Haft überführt. Wiktor Kulerski, der Stellvertretende Vorsitzende der Region Masowien, der sich bei den Streikenden aufhielt, konnte den Betrieb noch vor der Attacke verlassen und sich verstecken. Versteckt hielt sich auch Zbigniew Janas, Führer der Solidarnosc bei Ursus und Mitglied der Landeskommission, der der Festnahme in Danzig entgangen war[15].

In Stettin begann am 13. Dezember die Adolf-Warski-Werft zu streiken. An der Spitze des Streikkomitees stand Stanisław Zabłocki, doch tatsächlich führten Grzegorz Durski und Andrzej Milczanowski den Streik an. Parallel war in der Werft seit dem 13. Dezember ein Überbetriebliches Streikkomitee tätig, das am selben Abend in ein Regionales Streikkomitee umgewandelt wurde. Es wurde von Mieczysław Ustasiak geleitet.

Die Warski-Werft koordinierte den gesellschaftlichen Widerstand in Pommern. Am 14. Dezember begannen fast alle größeren Betriebe in der Region zu streiken an, u.a. die Stettiner Reparaturwerft Gryfia, die Werft Parnica, die Chemischen Betriebe Police, die Papierfabrik Skołwin, die Betriebe für Elektrische Heizgeräte Predom-Selfa, die Polnische Seeschiffsfahrt, die Fabrik für Hausbau Gryfbet, das Unternehmen für Elektroarbeiten in Stettin, die Verwaltung des Hafens Szczecin-Swinoujscie, der Betrieb für Eisenbahnbau, Die Woiwodschaftsbetriebe für Städtischen Verkehr, die Stettiner Baumaschinenfabrik Famabud, Polmozbyt, Das Unternehmen für die Produktion von Transportgeräte Wuteh und der Betrieb für Bekleidungsindustrie Dana.

Am Dienstag, dem 15. Dezember streikten noch immer nicht weniger als zwölf, einen Tag später jedoch nur noch vier Betriebe: die Warski-Werft, die Werften Parnica und Gryfia sowie die Fabrik für Hausbau Gryfbet. Der dramatische Rückgang der Zahl der streikenden Betriebe war auf die Pazifizierungsaktionen von Miliz und Armee zurückzuführen. Noch am 13. Dezember wurden die Streiks im Betrieb für Hochseefischerei und Fischverarbeitung Graf zerschlagen, und in der Nacht vom 13. auf den 14. Dezember wurde die Warski-Werft gestürmt. Um 1.00 Uhr zerstörten Panzer zwei Tore der Werft: das Haupttor und das beim Arsenal. Fast alle Mitglieder des Regionalen Streikkomitees sowie etliche Streikteilnehmer wurden verhaftet. Einsätze der Miliz und der Armee beendeten u.a. auch die Streiks in den Reparaturwerft Gryfia und bei Polmozbyt, Famabud, Police, den Betrieben für Elektrische Heizgeräte, Predom-Selfa und Wuteh[16].

Ich habe hier nur die wichtigsten Streikaktionen nach dem 13. Dezember 1981 erwähnt. Laut Innenministerium streikten in Dezember 199 Betriebe[17]. Ich vermute jedoch, dass diese Zahl klein gehalten wurde und nur die schwerwiegendsten Protestaktionen umfasste. Einige der Streiks wurden mit Gewalt zerschlagen. Die Aktionen von Miliz und Armee Streikende, aber auch gegen Demonstranten auf den Straßen forderten die ersten Todesopfer im Kriegszustand. Außerdem eliminierten die Machthaber Widerstandszentren, indem sie Betriebe durch Armee und Miliz abriegeln ließ und die Protestierenden bedrohte oder zu überreden versuchte. Manchmal brachen die Mitglieder der Solidarnosc von sich aus ihre Aktionen ab, in der Überzeugung, sie seien aussichtslos. Das frostige und schneereiche Winterwetter erleichterte die Eindämmung der Streiks und Straßenproteste. Andererseits erwies sich die viel beschworene Einheit von Solidarnosc als ein Mythos. Die Mehrheit der Betriebe schloss sich den Protesten gar nicht an; in manchen Regionen herrschte, von kleineren Zwischenfällen abgesehen, Ruhe. Nach einer Woche wussten die Machthaber, dass fast alle Streiks erstickt waren. Für die Solidarność begann eine neue Zeit – im Untergrund.

Straßendemonstrationen

Zu den ersten Straßenmanifestationen im Kriegszustand kam es vor den von der ZOMO demolierten regionalen Büros der Solidarnosc. So z.B. in Łódź. In Lublin kamen morgens die Gewerkschafter zum in der Nacht vom 12. auf den 13. Dezember geplünderten Sitz der Leitung der Region Ost-Mitte, gründeten das Provisorische Streikkomitee und begannen mit den Protesten. Hier ein Fragment aus einem Bericht über die Ereignisse:

„Gegen 10.00 Uhr wurde die reparierte Lautsprecheranlage wieder in Betrieb genommen. Es wurden Kommuniqués übermittelt: die Erklärung des Provisorischen Streikkomitees der Region und der Betriebskomitees, die Liste der Verhafteten, die Bestimmungen des Statuts über die Maßnahmen im Falle eines Angriffs auf die Gewerkschaft[18], die Beschreibung des Zustands des Gebäudes der Regionalleitung nach der Intervention der ‚Ordnungskräfte‘. Regelmäßig wurden auch Aufrufe wiederholt, dem Gebäude Ruhe und Ordnung zu wahren, Platz für Fußgänger zu lassen usw. Die ein- und ausgehenden Personen waren nicht beunruhigt, obgleich in der Menge auf Informanten gezeigt wurde. Das Eigentum der Gewerkschaft wurde teilweise sichergestellt, da man einen erneuten Zugriff [der Miliz] nicht ausschließen konnte.
Die vor dem Gebäude Versammelten brachten ihre Empörung über die Verhängung des Kriegsrechts, über die rechtswidrigen Verhaftungen sowie über die Zerstörungen in dem Sitz der Gewerkschaft zum Ausdruck. Es kamen Solidarnosc-Funktionäre mit Informationen und mit Bitten um Information; Nachrichten über Verhaftungen brachten auch Familienangehörige und Nachbarn. Viele Berichte sprachen von einem sehr brutalen Vorgehen gegen die Verhafteten (Einsatz von Tränengas und Schlagstöcken, davon, dass Menschen die Treppen hinunter geworfen, in Schlafanzügen mitgenommen wurden, ohne Schuhe, ohne Mäntel), aber auch von Widerstand. In einem Fall kam es zu Verhandlungen der ZOMO mit einem spontan gebildeten Nachbarschaftskomitee, die eine dreiviertel Stunde dauerten, in einem anderen Fall beschäftigte ein Verhafteter die ZOMO-Beamten längere Zeit mit der Untergrundliteratur. In kleineren Ortschaften – Swidnik, Łęczyca – warnten die Nachbarn Menschen, von denen man annahm, dass sie auf der Liste standen und einige Fluchtversuche gelangen. […]
Gegen 16.00 Uhr kam die Warnung, dass die ZOMO den Straßenverkehr lahmlegt. Zugleich verdichteten die Menschen den Kreis um den Eingang zum Solidarnosc-Gebäude, wodurch sie es möglich machten, das Gebäude zu evakuieren. Zu dem Zeitpunkt, als die Autos ankamen – 6 Mannschaftstransporter, einige Streifenwagen, ein gepanzerter Wasserwerfer –befand sich nur noch die Hausmeisterin im Gebäude. Die Eindringlinge schienen eine Zeit lang verwirrt. Es waren 30 Soldaten mit umgehängten Maschinenpistolen und vielleicht 60 ZOMO-Beamte mit Schutzhelmen, Schildern und Schlagstöcken […]. Die Soldaten standen beisammen und man sah, dass sie nicht vorhatten, Angriffspositionen einzunehmen. Die ZOMO riegelte den Gebäudeeingang durch einen Kordon ab. Aus Lautsprechern kam die Aufforderung zum Auseinandergehen. Der Schütze des Wasserwerfers suchte nach geeigneten Zielen in der Menge.
Die aussteigenden Angreifer wurden mit Rufen und Verwünschungen empfangen. Auf das Kommando zum Zurücktreten und Auseinandergehen reagierten die Menschen mit Zurufen, Protesten und Pfiffen. Als der Kordon der ZOMO-Beamten sich in Richtung des Gebäudes bewegte und einige Menschen auf die Straße wegschubste, intonierte eine Gruppe, die am nächsten zum Gewerkschaftsgebäude stand, die Nationalhymne, und die Menschen, die zur Kathedrale gingen (oder herauskamen), sangen ‚Boże coś Polskę‘ [Gott, der du Polen]. Die auf der anderen Straßenseite versammelten Menschen, die in Reichweite des Wasserwerfers standen, beschimpfen die Aggressoren als „Gestapo“, „Verräter“, „Hurensöhne“; „warum schießt ihr nicht?“ … Diese Demonstration dauerte eine halbe Stunde. Es war ein Tag der Prohibition, trotzdem erschienen einige Betrunkene in der Menge, kräftige junge Männer. Aber sie gaben nicht den Ton an. Am mutigsten waren Frauen, und zwar ältere. Die Menge bewegte sich hin und zurück, doch sie waren immer in der ersten Reihe.
Eine Gruppe von Milizionären, die in das Gebäude eingedrungen war, ging durch alle Räume und Stockwerke; doch sie hielten sich nicht lange dort auf: das Licht ging an und schnell wieder aus. Sie stellten fest, dass das Gebäude leer sei, und gingen weg, sie ließen einige ZOMO-Leute als Wachen zurück. Diese bezogen am Eingang zum Gebäude Stellung und blieben den ganzen Tag. Die Menge begann sich allmählich zu zerstreuen, nachdem man sich vergewissert hatte, dass niemand mitgenommen worden war. Die Soldaten und ein Teil der ZOMO-Einheit fuhren ab; es blieben ein gepanzerter Fahrzeug, zwei Mannschaftswagen und Streifenwagen[19].

In Warschau wurden am 13. Dezember dreimal Menschenmassen auseinander getrieben, die sich vor dem verwüsteten und leergeräumten Gewerkschaftssitz der Region Masowien eingefunden hatten[20]. Am 17. Dezember versammelte sich am Haupttor der Lenin-Hütte in Nowa Huta eine Menge, die die Miliz-Beamten beschimpfte, welche den Eingang zum Betrieb blockierten. Zwei Kompanien der ZOMO trieben die Teilnehmer des Protestes auseinander. In Krakau begann am selben Tag, nach einer Messe in der Marienkirche, die anlässlich des Jahrestags der Dezember-Ereignisse in Danzig gefeiert worden war, eine Demonstration auf dem Markt. Sie wurde mit Wasserwerfern auseinander getrieben[21].

Zu dramatischen Ereignissen kam es in Lodz. Um sieben Uhr morgens erreichten, aus Danzig kommend, der Vorsitzende der Region Andrzej Słowik und sein Stellvertreter Jerzy Kropiwnicki den Sitz der Gewerkschaftsleitung der Region Łódź. Bald schlossen sich ihnen andere Mitglieder der Solidarność-Leitung in Łódź an[22]. Es wurde ein Überbetriebliches Streikkomitee ausgerufen und man begann mit der Protestaktion. Hier ein zeitnah verfasster Augenzeugenbericht: „ Am Sonntag, dem 13. Dezember 1981, arbeitete die Leitung der Region seit den Morgenstunden mit dem Vorsitzendem Słowik und seinem Stellvertreter Kropiwnicki im Gewerkschaftsbüro. Es wurden 5 Tausend Flugblätter gedruckt und verteilt, die zum Generalstreik aufriefen, der am Montag um 9.00 Uhr beginnen sollte. Der versammelten Menschenmenge wurde per Megafon ein Kommuniqué der Leitung verlesen. Druckerzeugnisse im Wert von ca. 1 Million Zloty, die im Gewerkschaftsbüro gelagert waren, wurden auf die Straße geworfen. Gegen 12.00 Uhr zerstreute die ZOMO die versammelte Menge, drang in das Gebäude der Solidarność ein und verhaftete alle Anwesenden. Als die Verhafteten abgeführt wurden, kam es zu heftigen Zusammenstößen mit der Menschenmenge. Die Verhafteten wurden in das Wojewodschaftskommando der Miliz in der Lutomierska-Str. gebracht, wo Słowik isoliert wurde. Die anderen wurden in das Gefängnis in Łęczyca überführt, wo ein großer Teil auch blieb; nur einige wurden zurück nach Lodz gebracht und, nachdem sie verhört worden waren, entlassen[23].

Die massivsten Straßenunruhen gab es in Danzig. Noch vor Verhängung des Kriegsrechts war festgelegt worden, dass am 16. Dezember eine Feier zum Gedenken an die Ereignisse vom Dezember 1970 geben sollte. Die Flugblätter, die die Bewohner der Dreistadt zu einer großen Kundgebung auf den Platz unter dem Denkmal für die getöteten Werftarbeiter aufriefen, wurden um 17.00 Uhr an vielen öffentlichen Orten (u.a. in der Unterführung am Hauptbahnhof in Danzig) ausgehängt. Um die Kundgebung zu verhindern, riegelten Einheiten der Miliz den Zugang zum Denkmal ab. Es kam zu ganztägigen, sehr verbissenen Auseinandersetzungen mit der Miliz. Die Zahl der Demonstranten betrug wahrscheinlich mehr als 100 Tausend[24].

Die Kämpfe auf den Straßen Danzigs dauerten auch am nächsten Tag noch an. Junge Leute brachten Körbe und Taschen voll Steine heran. Ähnlich wie am Tag zuvor wurde vor allem um den Zugang zum Denkmal der getöteten Werftarbeiter gekämpft. Barrikaden wurden errichtet und es kam zu Nahkämpfen. Die Zusammenstöße breiteten sich auch auf andere Gebiete von Danzig aus, u.a. auf Hucisko, das Gebiet um die Swierczewski-Str. (wo der Sitz des Wojewodschaftskomitees der PVAP und das Gebäude der Staatsanwaltschaft angegriffen wurden) und die Kalinowski-Str. Die Unruhen erfassten auch Gdynia[25].

Laut offiziellen Angaben waren an den Auseinandersetzungen am 17. Dezember 25 bis 30 Tausend Menschen beteiligt. Nahe dem Parteikomitee wurde mit scharfer Munition auf die Demonstranten geschossen. Dabei wurde der 23-jährige Antoni Browarczyk tödlich verletzt[26]. Aufschlussreich ist hier der Ausschnitt aus einem Gespräch zwischen zwei Miliz-Offizieren, das von Funktionären der Solidarność durch Abhören des Polizeifunks aufgezeichnet werden konnte:

„Kürassier“: – Unsere von der 3. Mai-Str. her … und beginnen draufzuschlagen! Am Komitee ganze Salve! Aber man weiß nicht, ob scharf oder Platzpatronen.

„Dachs“:- Ja, ich verstehe am Komitee Salve aus Maschinenpistolen.

„Kürassier“ – Es wird scharf geschossen!

„Dachs“ – Woher weißt du das?

„Kürassier“ – hat Bolek durchgegeben!

„Bolek – Am Komitee geht’s scharf zur Sache.

„Dachs“ – Wird scharf gekämpft oder wird mit scharfer Munition geschossen? Das ist für mich ein wesentlicher Unterschied!

Bolek – Ich spreche die ganze Zeit von der Munition. Gerade werden ständig Salven abgeschossen, 3 bis 4 Sekunden lang.[27]“

Die Kämpfe ebbten am Abend, gegen zwanzig Uhr ab. Während der zwei Tage der Straßenkämpfe in Danzig wurden (nach offiziellen Angaben) 179 Funktionäre der Miliz, 2 Soldaten sowie 196 Zivilpersonen verletzt, von denen eine starb. 424 Personen wurden festgenommen (ohne diejenigen, die auf Danziger Werft verhaftet wurden)[28].

In den nächsten Wochen und Monaten fanden unabhängige Demonstrationen, meistens organisiert durch die Untergrund-Solidarność, am dreizehnten jedes Monats (zum Andenken an die Verhängung des Kriegsrechts) oder an Nationalfeiertagen und Jahrestagen wichtiger historischer Ereignisse statt. Die Machthaber gingen in der Regel gewaltsam gegen die Demonstranten vor.

Die Sicherstellung von Vervielfältigungsgeräten

Die Aktivitäten im Untergrund wurden dadurch erleichtert, dass bei Verhängung des Kriegsrechts viel an Geräten (Schreibmaschinen, Kopier- und Vervielfältigungsgeräte, etc.), Material (Papier, Druckerfarben, Matrizen) und Gelder in Sicherheit gebracht werden konnte. Die ZOMO-Einheiten hatten bei der Zerstörung der Solidarnosc-Büros (sowie der Quartiere der Unabhängigen Studentenorganisation) oft Geräte und Material zurückgelassen. So wurden schnell Aktionen eingeleitet, um alles in Sicherheit zu bringen. In Thorn rettete in der Nacht vom 12. auf den 13. Dezember eine größere Studentengruppe der Nikolaus-Copernicus-Universität das Hab und Gut der Unabhängigen Studentenorganisation und der Solidarnosc. Die Aktivisten der Studentenorganisation Piotr Gierszewski, Mirosław Maciejewski und Zbigniew Zygora versteckten die Bücher aus den Beständen der Studentenvereinigung des Fachs Biologie und Geographie im Magazin des Studentenheims. Leider wurden sie später von der Miliz gefunden und konfisziert. In den folgenden Tagen schaffte eine Studentengruppe ganze Vorräte von Papier beiseite und versteckte sie (über 200 Ries des Formats A-3, die von dem Funktionär Wieslaw Janowski gehortet worden waren), auch anderes Druckmaterial und Bücher[29]. Die Studenten der Copernicus-Universität halfen auch beim Abtransport von Papier und Geräten aus dem Magazin des Regionalvorstands der Solidarnosc in Thorn. Das Material wurde in großen Taschen weggetragen und meist in privaten Kellern versteckt. Die größte Menge von Papier, 300 bis 400 Ries, brachte Paweł Rzoski in seiner Wohnung in der Altstadt von Thorn unter[30]. Die Studenten bargen und versteckten auch ein Vervielfältigungsgerät aus dem Besitz der Gewerkschaft[31].

Nachdem die Miliz das Regionalbüro der Gewerkschaft zerschlagen hatte, brachten einige Leute (darunter der Gewerkschaftsfunktionär Lech Różański aus dem Betrieb Metron) ein Vervielfältigungsgerät, eine elektrische Schreibmaschine, größere Vorräte an Papier, Matrizen und Druckerfarbe in eine private Wohnung in einem Haus weg gegenüber dem Gewerkschaftssitz. Um die Sicherstellung weiterer solcher Gerätschaften kümmerte sich Dozent Jan Hanasz, ein Astrophysiker von der Akademie der Wissenschaften. Solche Aktionen zur Sicherstellung des Gewerkschaftseigentums wurden in verschieden Thorner Einrichtungen unternommen, u.a. beim Institut für Geophysik (die Dokumente wurden in der Abteilung für Geologie versteckt, wo sie die folgenden Jahre unberührt überdauerten) und im Städtischen Krankenhaus in der Batory-Str.[32]. In dem Betrieb Apator wurden Dokumente unter einem Metallschrank in der Versorgungsabteilung versteckt, wo sie bis zum Wiederaufleben von Solidarnosc im Jahr 1989 blieben[33]. In dem Thorner Betrieb Towimor versteckte man eine Sammlung von Fotos vom Auguststreik 1980 und den ersten Tagen der Solidarnosc hinter Regalen. Erst 2007 wurden sie von einem ehemaligen Aktivisten von der Bewegung für Freiheit und Frieden, Marek Bernaciak, wiedergefunden.

Ähnlich war es in anderen Städten. Dariusz Boguski, ein Solidarność-Funktionär aus Białystok, erinnert sich: „Die Räume der Gewerkschaftsleitung der Region wurden nicht demoliert. Es gab Gerüchte, dass Leute von der Staatssicherheit in der Nacht dagewesen seien und alle Vervielfältigungsgeräte zerstört hätten, doch es gab keine Spur eines Einbruchs. Und da nichts passierte, beschlossen wir etwas zu tun. Janek Radziwon organisierte ein Auto und wir brachten drei Vervielfältigungsmaschinen weg. […] Dank dieser Maschinen konnten wir bald drucken.

Am Nachmittag erschienen einige Offiziere der Armee in der Gewerkschaftsleitung der Region. Sie begannen, ein Protokoll aufzunehmen. Bevor sie aufgetaucht waren, hatten wir es noch geschafft. verschiedene Gegenstände wegzubringen, u.a. Stempel und Schreibmaschinen. Es scheint, dass jemand auch die Fahne und ein Teil der Akten der Regionalleitung mitgenommen hatte“[34] .

Piotr Izgarszew aus Warschau konnte bei Verhängung des Kriegsrechts Ausstattung der Gewerkschaft von größtem Wert retten, indem er die Tatsache ausgenutzt hatte, dass die ZOMO-Leute das Gebäude der Region Masowien in der Mokotowska-Str. am 13. Dezember für einen Moment verlassen hatten[35]. Ryszard Czapara, ein wissenschaftlicher Mitarbeiter der Landwirtschaftsakademie in Posen, rettete zusammen mit einer Gruppe von Studenten ein Vervielfältigungsgerät, das sich im Gebäude der Hochschule befand. Nach Jahren erinnert er sich daran: „Am Montag helfen mir die Studenten, das Vervielfältigungsgerät sicherzustellen. Sie bringen es auf einem Schlitten weg, in einem Wäschekorb. Unterwegs machen sie übrigens Unsinn; mit dem Gerät rodeln sie einen Hügel hinunter. Ich begleite sie aus der Distanz und was ich sehe, macht mich wütend. Aber sie machen das absichtlich, damit niemand etwas merkt. Sie fahren das Gerät zur Kirche des Heiligen Staniłlaw Kostka in Winiary. (Nach Jahren erfahre ich, dass es im Kirchenturm versteckt wurde). Bis wir Offsetdrucker erhielten, also bis 1985, war das das wichtigste Gerät, mit dem wir den ‚Obserwator‘ [für Großpolen] hergestellt haben“[36].

Bei den Aktionen zur Rettung des Gewerkschaftseigentums leistete die katholische Kirche der Solidarność große Hilfe. Der Breslauer Erzbischof Henryk Gulbinowicz verwahrte 80 Millionen Zloty, die Józef Pinior einige Tage vor Verhängung des Kriegsrechts vom Konto der Niederschlesischen Solidarnosc abgehoben hatte[37]. Mit diesem Geld wurde der Untergrund in ganz Polen unterstützt. In vielen Pfarrgemeinden wurden Fahnen[38] und Dokumente der Gewerkschaft aufbewahrt und sogar die unabhängige Literatur. Die Kirchen wurden zu Versammlungsorten und Treffpunkten der Gewerkschafter im Untergrund und zu „Kontaktbriefkasten“.

Die geretteten Geräte und Materialien ermöglichten den schnellen Übergang der Solidarność in die Untergrundtätigkeit. Viele der geretteten Vervielfältigungs- und Schreibmaschinen wurden bis 1989 benutzt.

Flugblätter und Plakate

Konspirative Aktivitäten begannen schon in den ersten Stunden des Kriegszustandes. Ein Teil der Solidarność-Funktionäre hatte sich vor der Internierung versteckt und ging in den Untergrund. Manchen war es gelungen, streikende Betriebe vor deren Pazifizierung zu verlassen und sich daran zu machen, konspirative Netzwerke zu knüpfen. Andere, die keine Streiks in ihren Betrieben ausrufen konnten, begannen sofort mit der Untergrundarbeit. Es gab viele Fälle von spontanen Flugblattaktionen; es wurden Plakate geklebt, Losungen an Mauern geschrieben usw.

Hier einige Beispiele aus Thorn. In den ersten Tagen des Kriegszustandes stellte Andrzej Kaczor zusammen mit seiner Frau und Roman Spandowski auf einer Schreibmaschine Flugblätter her. Diese klebten sie zu dritt an Haustüren oder Schaufenster, hauptsächlich in der Altstadt[39]. Winzige, mit aus Radiergummis gefertigten Stempeln gedruckte Plakate stellten Mirosława Wojtczak, Assistentin am Institut für Kunst der Thorner Universität, und ihr Mann Michal, wissenschaftlicher Assistent im Institut für Pädagogik, her. Sie enthielten witzige regimekritische Parolen, z.B.: „Fröhliches Fest wünschen Partei und Regierung“. Die Wojtczaks klebten ihre kleinen Plakate an verschiedenen öffentlichen Plätzen an. Vor Weihnachten 1981 verteilten sie auch Solidarność-Glückwunschkarten, die sie mit großen Stempeln produzierten, mit denen sie die Rückseite gewöhnlicher Karten bedruckten[40]. Eine Gruppe junger Leute, die in der Wohnung von Maria Nencka-Borowiecka in Rubinkow zusammenkam, zeichnete durch Kohlepapier Plakate und klebte sie in Treppenhäusern an[41].

An der Untergrundtätigkeit beteiligte sich u.a. auch eine Gruppe von Schülern, mehrheitlich aus der Allgemeinbildenden Schule Nr. 5 in Thorn, die zuvor mit der Konföderation Unabhängiges Polen verbunden gewesen waren. Angeführt wurden sie von Rafał Sadowski, Krzysztof Bunda und Tomasz Kokociński, die am 13. Dezember zusammen mit Wojciech Sobecki ein Flugblatt druckten. Sie benutzten eine Matrize, die sie aus Alufolie und Schmirgelpapier gebastelt hatten, und vervielfältigten sie mit Hilfe einer Walze. Auf diese Weise produzierten sie einige Hundert Exemplare. Verfasser des in dem Flugblatt abgedruckten Aufrufs „An die Gesellschaft“ war Rafał Sadowski. In den nächsten Tagen kam die Gruppe in den Besitz von Wachsmatrizen und konnte so in besserer Qualität drucken, mit Hilfe eines Rahmens. Sie druckten jetzt zwei Flugblätter aus Danzig ab. Die Jungen schrieben auch Losungen an die Mauern und klebten regimekritische Plakate. Bald begannen sie auch (erst auf Rahmen, dann mit Hilfe eines Vervielfältigungsgeräts), einen „Unabhängigen Informationsdienst der Unabhängigen Gewerkschaft ‚Solidarität‘“ herauszugeben. Die erste Nummer erschien mit Datum vom 19. Januar 1982. Die kleine Zeitschrift wurde in Treppenhäusern ausgelegt[42].

Seit Verhängung des Kriegsrechts erschienen in Thorn auch viele Aufschriften an Hauswänden und in Treppenhäusern. Die Mehrheit der „nächtlichen Künstler“ bleibt bis heute unbekannt. Am 27. Dezember standen auf dem Schaufenster eines Lebensmittelgeschäfts in Thorn-Czerniewice die Losungen „Tod dem General“ und „Raus mit der UdSSR“, ferner „Solidarność“ sowie das Symbol des „Kämpfenden Polen“ [der „Anker“ – Kennzeichen der polnischen Untergrundarmee im Zweiten Weltkrieg]. Bei einem Geschäft in Czerniewice fand der Sicherheitsdienst um die zweihundert Flugblätter[43]. Zu ähnlichen spontanen Aktionen kam es auch in vielen anderen Städten in ganz Polen.

Schnell entstanden aber reguläre Untergrundstrukturen der Solidarnosc, die vor allem die Publikationstätigkeit aufnahmen. Ryszard Czapara beschrieb die Veröffentlichung der ersten Untergrundausgaben des Posener „Obserwator Wielkopolski“ [„Großpolnischer Beobachter“] folgendermaßen: „… wir drucken in leerstehenden Wohnung meines Kollegen Grzegorz Dogila, der zum Studium nach Deutschland gefahren ist. (Grzegorz wusste nichts von unseren Aktivitäten, und ich betreute die Wohnung während seiner Abwesenheit). Wir drucken zu zweit mit Grześ Kumorek. Auf einem Rahmen, klassische Technik. Fünfhundert Exemplare nur. Wir haben vielleicht acht Stunden gedruckt, einen Abend, eine Nacht durch. Und Kasia Łakińska trägt alles weg. Sie macht aus dem „Obserwator“ einen dicken Bauch und ist mit ihm schein-schwanger“[44].

Andere Formen des Widerstands

Viele Menschen versteckten, manchmal auch für längere Zeit, Gewerkschafter, denen die Internierung oder Verhaftung drohte. In den ersten Wochen nach Verhängung des Kriegsrechts fanden viele verfolgte Gewerkschafter Unterschlupf in Klöstern, bischöflichen Einrichtungen und anderen kirchlichen Räumlichkeiten. So versteckte sich der Vorsitzende der Niederschlesischen Solidarność Władysław Frasyniuk eine Zeitlang im Priesterseminar in Łomża.

1982 entstand die Tradition, in den Kirchen eine Messe für das Vaterland zu halten. Die Kirchen wurden bei diesem Anlass mit polnischen Fahnen und den Symbolen der Solidarnosc ausgeschmückt. Die wahrscheinlich erste Messe dieser Art zelebrierte am 13. Januar 1982 der Breslauer Priester Mirosław Drzewiecki. Er hielt damals eine großartige und mutige Predigt[45]. In Warschau begannen die Messen für das Vaterland am 13. März 1982 in der Heilig-Kreuz-Kirche. Die berühmtesten waren allerdings die Messen für das Vaterland in der Kirche des Heiligen Stanislaw Kostka in Warschau-Zoliborz, die seit April 1982 von dem Priester Jerzy Popiełuszko an jeden letzten Sonntag des Monats gelesen wurden. Daran nahmen Tausenden von Warschauern teil.

Schon am 17. Dezember entstand in Warschau das „Erzbischöfliche Hilfskomitee für Menschen, die ihre Freiheit verloren haben, und deren Familien“. Wegen des Ortes, an dem es tätig war, nannte man es umgangssprachlich das Komitee in der Piwna-Str. Ähnliche Komitees entstanden auch in anderen Diözesen. Sie leisteten den Internierten und Verhafteten sowie deren Familien seelsorgerischen Beistand, unterstützten sie mit Lebensmitteln und leisteten materielle, juristische und ärztliche Hilfe[46].

Manche Protestformen gegen die Einführung des Kriegsrechts hatten einen sehr originellen Charakter. Als Beispiel kann hier Anagramm von Stanisław Danielewicz, einen Journalisten des „Dziennik Bałtycki“ dienen; veröffentlichte in der Ausgabe vom 12.-14. Februar 1982 eine Musikrezension u.d.T. „Wir wenden uns den Schallplatten zu, über die man spricht“. Die ersten Buchstaben jedes Absatzes dieses Textes bildeten zusammen die Lösung „Wrona skona“ [„Die Krähe verreckt“ – WRON stand für Wojskowa Rada Ocalenia Narodowego/Militärrat für die Rettung der Nation; sie Abkürzung wurde assoziiert mit dem Wort wrona/Krähe][47]. Der Verfasser musste dafür mehr als neun Monate ins Gefängnis[48]. Später entwickelten sich folgende Formen des Protests: Man boykottierte die Massenmedien; Kerzen wurden in die Fenster gestellt; man trug Protestabzeichen am Revers; während die „Fernsehnachrichten“, die der wichtigste Propagandasendung des Regimes, ausgestrahlt wurden, ging man spazieren.

Aus dem Polnischen von Monika Wrzosek-Müller

[1] S. Cenkiewicz, Pomorze Gdańskie i Kujawy [Danziger Pommern und Kujawien]. In: Stan wojenny w Polsce 1981-1983 [Der Kriegszustand in Polen 1981-1983]. Hrsg. v. A. Dudek. Warszawa 2003, S. 481 f.; „Solidarność“ XX lat historii [Die Solidarität. 20 Jahre]. Warszawa 2000, S. 270 f.; Portowców gdańskich drogi do wolności [Der Weg der Danziger Hafenarbeiter zur Freiheit]. Hrsg. v. J. Jakubowski, S. 178-180, 192 f.

[2] S. Cenkiewicz, Pomorze Gdańskie i Kujawy, S. 483-486; K. Knoch, Regionalna Komisja Koordynacyjna w Gdańsku latach 1982-1989 [Die Regionale Koordinationskommission in Danzig, 1982-1989]. In: „Solidarność“ podziemna 1981-1989, [Die Solidarität im Untergrund 1981-1989]. Hrs. v. A. Friszke. Warszawa 2006, S. 187 f.; L.Biernacki, A. Kazański, NSZZ „Solidarność“ Region Gdański [Die Unabhängige Gewerkschaft Solidarität Region Danzig]. In: NSZZ „Solidarność” 1980-1989, B. 3, Polska Północna [Nordpolen] . Hrsg. v. L. Kamiński, G. Waligóra. Warszawa 2010, S. 102-110.

[3] S. Cenkiewicz, Pomorze Gdańskie i Kujawy… S. 485 f.

[4] Ebenda, S. 487-489; Stan wojenny w Polsce. Kalendaria wydarzeń 13 XII 1982 [Der Kriegszustand in Polen. Kalendarium der Ereignisse 13.12.1981-31.12.1982. Hrsg. v. W. Chudzik, R. Cywiński, I. Kielmel, I. Marczak. Warszawa 1999, S. 50-56; L. Biernacki, A. Kazański, NSZZ „Solidarność“ Region Gdański S.102-110; über den Streik im Zentrum für Schiffstechnik D. Boguski, [Bei vielen zerbrach der Glauben an den gesellschaftlichen und historischen Wert gemeinsamer Anstrengung]. In: Stan wojenny. Wspomnienia i oceny Hrsg. v. J. Kulas. Pelplin 1999, S. 68-73.

[5]„Solidarność“. XX lat… , S. 276.

[6] J. Neja, Górny Sląsk, Podbeskidzie, Ziemia Częstochowska [Oberschlesien, Beskidenvorland, Tschenstochauer Land]. In: Stan wojenny w Polsce 1981-1983… S. 90-92; „Solidarność“ XX lat , ; Stan wojenny w Polsce. Kalendaria…S.78-82, Użyto broni. Relacja górników z kopalni „Wujek“ [Es wurden Waffen eingesetzt. Berichte der Bergleute der Grube ‚Wujek‘]. Hrsg. v. J. Cieciszewski. Kraków 1988, S. 99-112; Teraz dopiero przyszła solidarność [Erst jetzt begann die Solidarität]. In: Grudzień 1981. Relacje, Warszawa 1982, S. 43; Raport Rokity. Sprawozdanie Sejmowej Komisji Nadzwyczajnej do Zbadania Działalności MSW [Der Rokita-Bericht. Rechenschaftsbericht der Parlamentarischen Sonderkommission zur Untersuchung der Tätigkeit des Innenministeriums]. Kraków 2005, S. 51-70.

[7] E. Zajac, Małopolska „Solidarność“ w podziemiu [Die ‚Solidarität‘ Kleinpolens im Untergrund (1982-1989]. In: „Solidarność“ podziemna..,S. 273 f.; dies., NSZZ „Solidarność“ Region Małopolska [Die Unabhängige Gewerkschaft ‚Solidarität‘, Region Kleinpolen]. In: NSZZ „Solidarność“ 1980-1980, Bd. 6 Polska południowa…[Südpolen], S. 90-94.

[8] Die Beschlüsse in „Fakty“ Miesięcznik informacyjny NSZZ Solidarność Region Mazowsze, [Fakten. Monatliche Informationen der Unabhängigen Gewerkschaft ‚Solidarität‘ Region Masowien] 1982, Nr. 1, S. 37.

[9] „Solidarność”. XX lat.. , S. 271; A. Dudek, T. Marszałkowski, Walki uliczne w PRL 1956-1989 [Straßenkämpfe in der Volksrepublik Polen 1956-1989]. Kraków 1999, S. 275; Bericht von Stanisław Malara in: Stan wojenny w Małopolsce w oczach świadków [Der Kriegszustand in Kleinpolen in Augenzeugenberichten] Hrsg. v. Z. Solak, J. Szarek, unter Mitarbeit v. E. Zając. Kraków 2001, S. 83-86,“Tygodnik wojenny“ [Kriegswochenblatt] 1982, Nr. 1-2; J. Sadecki, Nowa Huta. Ziarna gniewu, ziarna nadziei [Nowa Huta. Samen des Zorns, Samen der Hoffnung]. Warszawa 1989, S. 79-85.

[10] Eine Liste der streikenden Hochschulen in Breslau bei L. Kamiński, P. Piotrowski, Dolny Sląsk i Sląsk Opolski [Niederschlesien und Oppelner Schlesien]. In: Stan wojenny w Polsce… ; S. 30.

[11] P. Gomułkiewicz, Mniejsze zło. Władze stanu wojennego wobec opozycji we Wrocławiu [Das kleinere Übel. Die Machthaber des Kriegszustands und die Opposition in Breslau ]. Warszawa, Wrocław 1997, S. 27; A. Dudek, T. Marszałkowski, Walki uliczne [Straßenkämpfe] , S. 277 f.

[12] Die besten Beschreibungen der Dezember-Streiks in den Breslauer Betrieben bei P. Gomułkiewicz, Mniejsze, S. 20-49; L. Kamiński, NSZZ „Solidarność“ Region Dolny Sląsk [Die Unabhängige Gewerkschaft ‚Solidarität‘ Region Niederschlesien]. In: Bd. NSZZ „Solidarność“,1980-1989, B. 6, S.391-396; Siehe auch W. Suleja, Historia Wrocławia [Geschichte Breslaus]. Bd. 3: W Polsce Ludowej, PRL i III Rzeczpospolitej, Breslau 2001, S. 140;, Stan wojenny w Polsce. Kalendaria S. 204 f.

[13] Ł. Kamiński, P. Piotrowski, Dolny Sląsk I Sląsk Opolski…, S. 32 f.; Stan wojenny w Polsce. Kalendaria, S. 204 f.

[14] Syreny biły na trwogę [Die Sirenen heulten vor Angst]. In Grudzień 1981, Relacje S.22-27; Widowisko dla pułkownika [Ein Schauspiel für den Oberst]. In: ebenda, S. 22;“ Tygodnik Wojenny“ 1982, Nr. 9; H. Gontarz, Strajk w Swidniku [Der Streik in Swidnik]. In: Swiadectwa stanu wojennego, Hrsg. A. Dudek, K. Madej, Warszawa 2001, S. 79-90; M. Choma-Jusińska, Lubelszczyzna [Die Region Lublin]. In: Stan wojenny w Polsce S.161 f.; M. Dąbrowski, NSZZ Solidarność, Region Srodkowo-Wschodni [Die Unabhängige Gewerkschaft ‚Solidarität‘ Ost-Mittel-Region]. In: NSZZ Solidarnść 1980-1989 Bd. 5 Polska środkowo-wschodnia…, S. 540-545.

[15] Na pierwszy ogień [An vorderster Front]. In: Grudzień 1981, Relacje…, S. 49 f.; J. Zurek, NSZZ Solidarność w stolicy (1980-1981) [Die Unabhängige Gewerkschaft ‚Solidarität‘ in der Hauptstadt 1980-1981]. In: „Biuletyn Instytutu Pamięci Narodowej“ 2002, Nr. 12 (23), S. 63.

[16] Z. Matuszewicz, Szczecin 1980-1981. Rewolucja „Solidarności“ [Stettin 1980-1981. Die Revolution der ‚Solidarität‘]. Szczecin 1997, S. 301-310; R. Spałek, Pomorze Zachodnie [Pommern]. In: Stan wojenny w Polsce, S. 569-574; Stan wojenny w Polsce. Kalendaria , S. 186 f.; R. Kościelny, A. Kubaj, NSZZ „Solidarność“ Region Pomorze Zachodnie [Die Unabhängige Gewerkschaft ‚Solidarität‘ Region Pommern]. In: NSZZ „Solidarność“ 1980-1089 Bd. 3: Polska Północna…; S. 303-307.

[17] G. Majchrzak, Władza w stanie wojennym [Die Staatsmacht während des Kriegsrechts]. „Arcana“ 2001, Nr. 6 (42), S. 95.

[18] Laut Statut der ‚Solidarität‘ sollten nach einer Verhaftung der Gewerkschaftsführer die übrigen Gewerkschaftsmitglieder den Generalstreik ausrufen.

[19] Szturm na Region [Der Sturm auf die Region]. In: Relacje…, S. 20 f.

[20] T. Ruzikowski, Mazowsze, Warmia i Mazury [Masowien, Ermland, Masuren]. In: Stan wojenny w Polsce… S. 286.

[21] A. Dudek, T. Marszalkowski, Walki uliczne…[Straßenkämpe…] , S.275.

[22] L. Prochniak, Ziemia Łódzka i Sieradzka [Das Gebiet Lublin und Sieradz]. In:Stan wojenny w Polsce … S. 690; ders., NSZZ „Solidarność Region Ziemia Łódzka [Die Unabhängige Gewerkschaft ‚Solidarität‘ Region Lubliner Gebiet]. In: NSZZ „Solidarność“ 1980-1989, Bd. 4. … , S. 171 f.

[23] Łódź. Pierwsze godziny, pierwsze dni [Lodz. Die ersten Stunden, die ersten Tage]. In: Grudzień 1981. Relacje, S.27.

[24] Flugblatt vom 17.12.1980 Rodacy [Landsleute], unterzeichnet vom Vorsitzenden des Überbetrieblichen Streikkomitees in Danzig, Stanislaw Jarosz, Sammlung Artur Wisniewski; W. Polak, Stan wojenny – pierwsze dni [Der Kriegszustand – die ersten Tage]. Gdańsk 2006, S. 214-218.

[25] A. Dudek, T. Marszalkowski, Walki uliczne…, S. 264 f.

[26] Raport Rokity…, S. 70-101.

[27] W stanie [Unterm Kriegsrecht]. Hrsg. v. Z. Gluza, K. Madoń-Mitzner, G. Sołtysiak. Warszawa 1991, S. 61.

[28] A. Dudek, T. Marszalkowski, Walki uliczne…, S. 265.

[29] Nach Informationen von Krzysztof Gołębiowski, Romuald Bobkowski, Wiesław Janowski und Prof. Andrzej Bielski.

[30] Nach Informationen von Małgorzata Nowak und Paweł Roszka.

[31] W. Polak, Najtrudniejsze egzaminy. Niezależne Zrzeszenie Studentów Uniwersytetu Mikołaja Kopernika na tle wydarzeń w kraju i regionie (1980-1982) [Die schwerste Prüfung. Die Unabhängige Studentenvereinigung an der Nikolaus-Copernicus-Universität und die Ereignisse im Land und in der Region (1980-1982)]. Toruń 2001, S. 230 f.

[32] Nach Informationen von Wiesław Krypel und Andrzej Kędzierski.

[33] Nach Informationen von Mirosława Wroniecka.

[34] D. Boguski, Pół roku bez brody [Ein halbes Jahr ohne Bart]. In: Swiadectwa stanu wojennego…, S. 33.

[35] P. Izgarszew, Dla mnie wszystko zaczęło się 13 grudnia [Für mich begann alles am 13. Dezember]. In: ebenda, S. 89 f.

[36] A. Grupińska, J. Wawrzyniak, Buntownicy. Polskie lata 70. i 80. [Die Aufrührer. Die polnischen 70er und 80er Jahre]. Warszawa 2011, S. 326.

[37] J.Zaryn, Dzieje Kościoła katolickiego w Polsce (1944-1989) [Geschichte der Katholischen Kirche in Polen (1944-1989)]. Warszawa 2003, S. 481; L. Wołosiuk, A Kościół trwa. Rozmowy z kardynałem Gublinowiczem [Aber die Kirche besteht weiter. Gespräche mit Kardinal Gulbinowicz]. Wrocław (2001), S. 296 f.

[38] Zum Beispiel wurde die Fahne der Gewerkschaftsorganisation Solidarność der Zuckerfabrik im Chełmża vom Probst des Doms, Weihbischof Alfons Groszkowski, im örtlichen Elisabethen-Kloster versteckt (D. Meller, NSZZ „Solidarność Cukrowni Chełmża w latach 1980-2002 [Die Unabhängige Gewerkschaft ‚Solidarität‘ in der Zuckerfabrik Chelmza 1980-2002]. Chełmża 2003, S. 47). Die Fahne der Solidarność der Agrar-Technischen Akademie in Olsztyn versteckten die Funktionäre der Gewerkschaft Józef Mielnik und Zdzisław Goździewski in der Probstei bei dem Priester Julian Zołnierkiewicz, dem Probst der Kirche des heiligsten Herzens des Herrn Jesus. Sie blieb dort bis 1989 (J. Mielnik, Stan wojenny nie może przesłonić „okresu nadziei” [Kriegszustand sollte „die Zeit der Hoffnung“ nicht verdecken] in Z. Złakowski, „Solidarność“ olsztyńska w stanie wojennym [Solidarnosc der Region in der Stadt Olsztyn], Olsztyn 2001,) S. 321

[39] Information von Andrzej Kaczor

[40] Information von Mirosława und Michał Wojtczak.

[41] Information Maria Nencka-Borowiecka.

[42] Exemplar im Archiv von Rafal Sadowski aus Thorn.

[43] Archiv des Instituts für Nationales Gedenken, Außenstelle Bydgoszcz, KW MO w Toruniu 082/144, Bd. 1, Akten der Ermittlungen wegen Flugblättern an verschiedenen Orten im Stadtgebiet Thorn.

[44] A. Grupińska, J. Wawrzyniak, Buntownicy…, S. 327.

[45] Ausschnitte der Predigt in Od trzynastego do trzynastego. Analizy – dokumenty – relacje [Vom dreizehnten zum dreizehnten. Analysen, Dokumente, Berichte]. Hrsg. v. P. Spiski. London o. J., S. 39 f.; der volle Text http://www.mdrzewiecki.wroclaw.pl/.

[46] Ausführlich dazu J. Zaryn, Dzieje kościoła katolickiego.. , S. 490-496; W. Polak, Czas ludzi niepokornych. Niezależny Samorządny Związek Zawodowy „Solidarność” i inne ugrupowania niezależne w toruniu i Regionie Toruńskim [Die Zeit der Unnachgiebigen. Die Unabhängige Selbstverwaltete Gewerkschaft ‚Solidarität‘ und andere unabhängige Gruppierungen in Torun und der Thorner Region (13.12.1981-4.6.1989)]. Toruń 2003, S. 432-436; W. Rodowicz, Komitet na Piwnej. Fakty, dokumenty, wspomnienia [Das Komitee in der Piwna-Str. Fakten, Dokumente, Erinnerungen], Warszawa 1994

[47] Nachgedruckt in Stan wojenny. Wspomnienia i oceny [Der Kriegszustand. Erinnerungen und Bewertungen]. Hrsg. v. J. Kulas. Pelplin 1999, Abb. 82.

[48] J. Jakubowski, Weryfikacja dziennikarzy była procedurą haniebną, krokiem ku zniewoleniu umysłów [Die Überprüfung der Journalisten war eine schändliche Prozedur, ein Schritt in Richtung Unterdrückung des freien Denkens]. In: Ebenda, S. 124.