Vertrag von Krewo 1385

Am 14. August 1385 schlossen Vertreter des Königreichs Polen und des Großherzogtums Litauen in Krewa einen Heiratsvertrag, der als die Union von Krewo in die Geschichte einging. Für die Hand von Königin Hedwig von Anjou und die polnische Krone verpflichtete sich Großherzog Jogaila, sich nach dem lateinischen Ritus taufen zu lassen, die polnischen Kriegsgefangenen zu befreien und alle territorialen Verluste Polens rückgängig zu machen. Der lateinische Begriff applicare (dt. anschließen, verbinden), der in diesem Dokument zur Beschreibung der rechtlichen und verfassungsrechtlichen Beziehung zwischen der Krone und dem Großherzogtum verwendet wird, hat unter Historiker/innen zahlreiche Kontroversen ausgelöst. Unter Berücksichtigung der nachfolgenden Entwicklungen muss festgestellt werden, dass der “Anschluss” Litauens (im Sinne einer Einverleibung) nicht erreicht wurde und die Union personell mit dem Monarchen Władysław II. Jagiełło verbunden war, der zur gleichen Zeit das Königreich Polen und das Großherzogtum Litauen regierte.

(Text: Igor Kąkolewski aus dem Ausstellungskatalog: Pod wspólnym niebem. Rzeczpospolita wielu narodów, wyznań i kultur. Wystawa Muzeum Historii Polski, Zamek Królewski w Warszawie 3 V‒ 31 VII 2012, Warszawa 2012, S. 111.)

Aus dem Polnischen von Jakub Sawicki

Vertrag von Krewo vom 14.08.1385

Pergament, Handschrift, lateinisch.
330 x 220 mm, Umschlag 40 mm.
Sign. 188.
Archiwum Kapituły Metropolitalnej w Krakowie [Archiv der Kapituła Metropolitalna in Krakau].