Sitzordnung und Stimmrecht im Senat und in der Landbotenstube bis ca. 1768

Bis zur ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts bestand das Parlament (Sejm) ausschließlich aus Vertretern des Adels aus dem Königreich Polen. Nach der Union von 1596 wurden ebenfalls Senatoren und Gesandte des Großfürstentums Litauen Mitglieder des Sejms. In der Landbotenstube nahem damals 133 Landboten aus dem Königreich Polen (darunter 20 aus den angeschlossenen Gebieten Podlachien und Wolhynien sowie aus den Woiwodschaften Bracław und Kiev) sowie 44 Landboten aus dem Großfürstentum Litauen platz. Diese Disproportion wurde durch die Tatsache ausgeglichen, dass die Abstimmungen sowohl einstimmig aus als gemäß der Sitzordnung stattfanden. Dadurch ergriffen die wichtigsten litauischen Woiwodschaften gemeinsam mit den wichtigsten polnischen Woiwodschaften das Wort.

(Text: Igor Kąkolewski aus dem Ausstellungskatalog: Pod wspólnym niebem. Rzeczpospolita wielu narodów, wyznań i kultur. Wystawa Muzeum Historii Polski, Zamek Królewski w Warszawie 3 V‒ 31 VII 2012, Warszawa 2012, S. 117.)

Aus dem Polnischen von Agnieszka Zawadzka

Schematische Rekonstruktion der Sitz- und Abstimmordnung im Senat und in der Landbotenstube
[za:] Zygmunt Gloger,
Encyklopedia staropolska,
t. IV, Warschau 1903, S. 213 i 214.