Gobelin mit den Wahrzeichen des Königreichs Polen und des Großfürstentums Litauen ca. 1555

Der Gobelin stammt aus der Sammlung von König Sigismund II. August. Er veranschaulicht die Bestrebungen des Königs nach einer realen Vereinigung des Königreichs Polen und des Großherzogtums Litauen, was 1569 mit der Union von Lublin vollzogen wurde. Die Wahrzeichen Polens und Litauens sind in ovalen Feldern eines manieristischen Beschlagwerks integriert, das durch an Bändern hängende Früchte, Blumen, Blätter und Vögel verziert ist. Verbunden wird diese Komposition durch die geflügelte Figur der Siegesgöttin Victoria, die mit einem Lorbeerkranz in der Hand und Panoplien zu ihren Füßen einen zentralen Platz einnimmt.

(Text: Piotr Kondraciuk, aus dem Aussllungskatalog: Od Horodła do Horodła (1413‒2013). Unia horodelska – dzieje i pamięć. Wystawa Muzeum Zamojskiego w Zamościu i Muzeum Historii Polski Muzeum Zamojskie w Zamościu 29 IX – 31 XI 2013, Zamość–Warszawa 2013, S. 172)

Aus dem Polnischen von Jakub Sawicki

Gobelin mit den Wahrzeichen des Königreichs Polen (Adler), des Großfürstentums Litauen (Pahonia) und der geflügelten Siegesgöttin Viktoria.

Jan van Tieghem nach Karton eines flämischen Künstlers aus dem Kreis von Cornelis Floris und Cornelis Bos.
Brüssel, ca. 1555.
Wolle, Seide, Gold- und Silberfäden.
155 x 289 cm.
Inv.-Nr. 85.
Zamek Królewski na Wawelu [Königsschloss auf dem Wawel].